Sun is shining, the weather is sweet!
…singt doch Bob Marley in einem seiner Lieder, oder? Naja jedenfalls ist es hier grad so. Wurde ja auch mal Zeit nachdem aus Deutschland laufend Nachrichten über das schöne Wetter im Studi gepostet wurden. Ja, und weils hier jetzt mittlerweile auch mal Sommer ist, war ich gestern den ganzen Mittag und Nachmittag am Strand. Warum ich allerdings so dumm war mich nicht einzucremen, weiß ich auch nicht. Ich war so versessen darauf auch mal ein bisschen braun zu werden, dass ich die Sonnencreme nicht mal vorsichtshalber mittgenommen hab. Was ich nun davon hab ist sicherlich klar: nen schönen Sonnenbrand! Muss ich nun damit hier rumlaufen. Peinlich, peinlich.
Naja viel schlimmer ist aber mein derzeitiges Post-Problem. Ich und die französischen Post werden sicherlich keine Freunde mehr. Eigentlich ists ja ein ziemlich simpler Vorgang: Ein Paket wird geschickt und der Postmann bringts. Wenn man allerdings nicht da ist wenn er kommt, kriegt man eine Notiz, dass man es auf der nächsten Poststelle holen kann. So, das hat ja noch recht gut funktioniert. Ich finde also am Samstag Mittag die Post-Notiz im Briefkasten und mach mich auf den Weg um mein Paket zu holen. Es ist zehn vor 12, da schließen die schon ihre Tür, obwohl draußen bis 12 geöffnet dran steht. Wahnsinn. Ich hämmer also wie blöd an den Rolladen, um in “letzter” Sekunde mein Paket zu holen. Hab auch tatsächlich noch jemand zu Gesicht bekommen. Der hat mir allerdings unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ich mein Paket erst am 14. April, also heute, bis 10 Uhr frühs holen kann. Eher nicht! Warum muss ich glaub ich nicht verstehen. Gut, also hab ich bis heute gewartet. Da “la Poste” ja erst um 9 auf macht, bin ich ein bisschen in Schwulitäten mit meiner Arbeitszeit gekommen. Um 9 muss ich ja schon dort sein. Aber es ging eben nicht anders. Ich riskier also ein böses Gesicht meiner Chefin, um heute früh das Paket zu holen. Viertel 10 kam ich dran, da sagt die am Schalter zu mir “Pardon”, und streicht auf meinem Abholschein die 10 durch und macht ne 14 draus. Was so viel heißt wie: Ich sollte doch um 14 Uhr noch mal wieder kommen. Jetzt ist mein Paket irgendwie noch nicht da. Heeeeee? Was? Wie noch nicht da!?….Ich dachte ich hörs nicht. So, jetzt geh ich morgen früh um 9 noch mal hin und frage ob sich die gnädigen Herren und Damen von der Post mal dazu herablassen würden mir mein Paket auszuhändigen. Sicherlich komme ich da wieder zu spät zur Arbeit. Ist ja denen egal! Gut, dass es mir noch mal erlaubt wurde, sonst hätt ich echt blöd da gestanden. Im nächsten Blog geht die Post-Story dann weiter! Ich hab übrigens jetzt mal ein paar Bilder von dem Park-Wahnsinn hier machen können. Aber ich krieg sicher bald noch verschärftere Versionen vor die Linse! Bis später!
Ich, Janelle aus New Mexiko, Caro und Magalli aus Touluse.

Im Oxford. Kleiner Pub in old Nice. Die Getränke waren super. Gab sogar den obligatorischen Freitags-Cuba!
Wer schaltet, wird besucht.
Heute ist Karfreitag – zumindest in Deutschland. Ich bin troztdem auf Arbeit. Immer wieder herrlich, was hier so los ist. Am Besten ich erzähls von Anfang an. Als Caro und ich das erste Mal mit dem Bus los sind, um nach Drap zur Redaktion zu fahren, hatten wir ja keine Ahnung! Erstens: wegen den Bussen. Die fahren hier alle zehn Minuten. Ganz schöner Luxus, möchte man meinen. Aber, püntlich sind sie natürlich nicht. Entweder es kommen gleich zwei hinterheinander, weil der andere so spät war, dass er mitlerweile von seinem Nachfolger überholt wurde, oder es kommt laaaaaang gar keiner. Hier haben alle die Ruhe weg, oder sind einfach nur schlecht organisiert. Das gilt es noch herauszufinden. Okay, also mit dem Bus fahr ich jeden früh so halb neun nach Drap. Das liegt nördlich von Nizza. Mehr hat es allerdings auch nicht mehr mir dem feinen Städtchen zu tun. Hier ists ein bisschen wie im Rieht. Naja. Jedenfalls, als Caro und ich am ersten Arbeitstag die Redaktion suchten, sind wir glatt drei Mal daran vorbei gelaufen. Das mag daran gelegen haben, dass die Redaktion in einer Garage ist. Zwar in einer Großen, aber eben immernoch in einer Garage. Was solls. Wir dürfen jeden Tag bis um fünf ranglotzen. Ätzend. Wann ich dann daheim bin? So um sechs – wenns gut läuft. Wenn nicht, dann um sieben. Unbezahlt; versteht sich von selbst, klar oder! Sonst ists aber relativ lustig. Wir Praktikanten teilen alle das selbe Schicksal. Procrastination – das ist unser Motto. Erstma schön anderthalb Stunden lunchbreak machen und neue Geschäftsideen entwickeln. Unser aktueller Plan: eine neue T-shirt company. Das Design steht, der Print auch. Nice is nice – das soll drauf stehen. Dazu sollte man natürlich wissen, dass Nizza auf Englisch Nice heißt (wird aber, im Gegesatz zu dem Englischen nett, nicht neis ausgesprochen, sondern nis. Also Lautumschrift: Nis is Neis. Mutter-Company soll City ist Pretty heißen. Hehe. Übringens, ich scherze nicht. Das Mindeste mit dem ich nach Deutschland zurück komme ist so ein T-shirt. Definitiv! Hier jedenfalls wär das der absolute Renner. Auf den Spruch ist nämlich noch keiner gekommen. Jedenfalls wird das ein ziemlich internationales Ding. Wir sind Praktikanten von überall her: Deutschland, Frankreich, Amerika, England. Dementsprechen mutiligual gehts auch in der Redaktion zu. Ein Durcheinander manchmal. Teilweise wechselt man mitten im Gespräch die Sprache, und merkt es nicht mal! Naja. Aufjedenfall, mein herrlichstes Erlebnis bis jetzt, ein Satz von meiner Chefredakteurin Frau Hall. Irgendwann am Nachmittag läuft sie durch die Redaktion, spricht mit einer vom Marketing und sagt: “Ja, das ist ne Pressekonferenz. Aber wenn die keine Anzeige schalten, schicke ich da auch niemanden hin!”…ist mir erstmal alles ausm Gesicht gefallen. Tja, so ists eben im Knallharten-Kommerzjournalismus: Wer schaltet, wird besucht. Wenn nicht, hat der Leser nach Nachsehen. Sicher gibts Zeitungen mit Geldsorgen, aber gleich so selektieren? Das ist nichts für mich. Genau wie gestern. Auf dem Tisch lag ein orangefarbenes Etwas. Sah aus wie ein Poster, jedenfalls konnte ich von weiten das HP-Zeichen erkennen. Wisst ihr, HP der Computerhersteller. Ich nehm mir also das Poster, und tatsächlich war es gar keins. Es war die engllische Ausgabe der Cote d’Azur Zeitung, die Riviera Times, mit einem kompletten A5 großem Wrap-Around für HP. Ein Wrap-Aroud ist ne Art Umschlag für eine Zeitung. In dem Fall war es ein kompletter Werbeumschlag für HP – vorne und hinten. Nur im Head der Zeitung stand ein verlorenes Riviera Times, damit man es wenigstens nochals eine Zeitung erkennt. Da hat die Marketing-Abteilung ja ganze Arbeit geleistet. Krass. Nungut. Gestern waren wir alle mal weg. Was Trinken und so. War nicht verkehrt. Also bis bald…ich lass was von mir hören. Salut :0)
Und angekommen…
Und das schon vor anderthalb Wochen. War irgendwie ein bisschen schreibfaul. Na ich versuch mal die wichtigsten Dinge der letzten Tage abzutippen.
Also: Die erste Woche war ich ja nicht allein hier. Carlo ist glücklicherweise mit mir gelandet, um mir die erste Zeit beim Eingewöhnen zu helfen. Klingt komisch, aber gut dass er mit war. So fiel es mir tatsächlich leichter hier Fuß zu fassen. Sicherlich haben wir ne ganze Menge in Nizza unternommen, waren sogar schon in Monaco. Aber ich will hier nicht mit detaillierten Tagesausflügen langweilen. Lieber erzähl ich euch was ich schon so alles aufgesogen hab – also von der Stadt. Impressionen und so. Die Frage ist, wo fang ich da nur an. Soviel ist anders hier, aber auch vieles wiederrum erinnert mich an Daheim. Also, was anders ist in Nizza: Die Lebensmittelpreise. Nee, nee, nee. Da könnt ich mich Stunden drüber auslassen. Ich hab ja schon gesalzene Preise erwartet, aber was einen da bei Spar – ja genau, Spar – für Preise anlachen, ist nicht mehr normal. Toastbrot, Wurst, Käse, Gemüse: alles schweineteuer! Normales Brot, also wie man es aus Deutschland kennt, gibts hier längst nicht überall. Wenn man dann mal einen Laden findet, kosten 500 Gramm satte drei Euro. Ergo: In dem Preis-Leistungs-Verhältnis bewegen sich auch alle anderen gängigen Produkte. Das was bei uns Lidl oder Aldi ist, nennt sich hier E.D. Einfach nur E.D. Preisniveau liegt bei dem von Globus. Schon geil. Naja. Wenn man den teuren Kram dann im Korb hat, gehts logischerweise ab zur Kasse. Siiiicher, auf eine kleine Wartezeit ist man ja eingestellt. Aber nicht bei E.D. – keineswegs. Hier haben Carlo und ich einmal eingekauft, und ich weiß gar nicht mehr genau, bestimmt ne dreiviertel Stunde in der Schlage gestanden. Da bin ich ja schneller im C1! Wahnsinn ist das hier. Das war auch keine Ausnahme – so ist das eben! Achso, noch mal wegen den Preisen: Überteuert ists auch in Restaurants und Bars. Ein Cocktail 10 Euro, ne Pizza so 12. Ein Bier kostet wahnsinnige 5 Euro. Das ist dann auch das Billigste. Wenn man allerdings nicht auf den Geschmack verzichten will, geht man zur nächsten Gelateria. Unter den 50 Eissorten jedes Straßenverkaufs findet sich bestimmt auch die leckere Sorte Bier. Ungelogen! Hier gibts Eis mit Biergeschmack. Naja sonst noch unnormal ist, wie die hier ihre Autos parken. Da ist kein Zentimeter mehr dazwischen. Keiner! Wer raus will, schiebt Vorder- und Hinterman einfach solang hin und her, bis genug Platz zum Rausfahren ist. Dementsprechend sehen die Autos hier auch aus. Beulen, Kratzer, Lack ab!…was anderes sieht man hier nicht. Auch nicht schlecht ist, wenn der ganze Borstein schon vollgeparkt ist. Da sind die Franzosen ja ganz schlau, und machen einfach eine zweite Parkreihe auf. Ob die Autos am Borstein dann noch rauskommen ist egal. Ich versuch mal ein Foto von dem Wahnsinn zu machen. Sowas muss man gesehen haben.
Achso, im letzten Eintrag hatte ich ja Unsicherheiten bezüglich einer Unterkunft erwähnt. Das ist jetzt natürlich geklärt. Ich wohne in einer WG mit einer Deutschen und einer Französin. Beide trés gentile. Sehr nett also. Die Wohnung ist direkt am Hafen von Nizza. Super Lage. Meerblick vom Zimmer inklusive! Zur Arbeit komm ich dann im nächsten Blog – sonst wirds zu lang! Eins kann ich schon vorab verraten: Übernächstes Wochenende bin ich noch mal in Monaco, beim TopMarque. Internationale Autoausstellung der neusten Sportwagen. Ich soll etwas darüber schreiben, kann also kostenlos rein spazieren. Ansonsten kostet der Eintritt 50 Euro. Wieder so ein Wahnsinnspreis. Naja, jedenfalls muss man diese Autos gesehen haben. Hier der Link: www.topmarquesmonaco.com…Salut, Theresa.
Hab ich auch an alles gedacht?
Ich flieg also am 30. März nach Nizza und arbeite dort bei der Cote d’Azur Zeitung.
Ooooookay. Ich jedenfalls, glaube das erst, wenn ich französischen Boden unter den Füßen hab – noch alles viiiieeel zu irreal. Obwohl, ne große Hürde ists ja nich, würde ich zumindest mal meinen. Außer, klar: die Sprachbarriere. Naja, ich muss eben nur ein bisschen Bonjour hier, und ein wenig Merci da über die Lippen kriegen. Das sollte ja schließlich klappen. Der Rest dann en anglais si’l vous plait, oder noch besser en allemand. Jedenfalls, einen Herzinfakt nach dem anderen werde ich in Nizza wohl nicht bekommen. Außer vielleicht beim Vorbeigehen an den Schaufenstern. Man, klingt das vielleicht nach Arbeit. Während andere mit dem Rucksack durch die thailändische Wildnis kriechen, versuch ich mich an den verlockenden Scheiben vorbeizudrücken. By the way natürlich liebe Grüße an Caro und Marlene. Ich hoffe ihr habt euch impfen lassen! Naja, aber ich fantasiere da so naiv vor mich hin. Es wird sowieso anders. Natürlich erst mal warm. Aber das ist gar nicht so wichtig. Viel essentieller ist eine Unterkunft. Richtig, ich meine eine Schlafmöglichkeit. Sowas hab ich nämlich noch nicht. Bien sur, etwas in Aussicht, aber eben noch nicht in der Tasche. Na, wird schon. Muss ja.
So, Flug ist auch gebucht. Die Sparkassenkarte in ne EU-taugliche Karte transformiert, und na klar hab ich mir auch einen Stadtführer gekauft. Noch was?…nöö,oder?Dann kann’s ja losgehen. Bis dahin. Salut.





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